Archiv für August 2008

Gegen den „Anti-Islamisierungs-Kongress“ in Köln

Der „Anti-Islamisierungs-Kongreß“ der Rechtspopulisten konnte aufgrund der massiven Proteste und Blockadeaktionen nicht stattfinden. Den Rest erledigte die Stadt und die Polizei. Schön war auch die linksradikale Demo am Freitag mit ca. 3000 Teilnehmer_innen.
- Hier die treffende Presseerklärung der autonomen antifa [f]
- Hier eine erste Einschätzung des ak antifa köln (mit vielen links)
- Hier ein Bericht zur Freitagsdemo des antifa ak köln

- Hier der Aufruf der Gruppe Gegenstrom und der Redical [M] gegen den „Anti-Islamisierungs-Kongreß“ in Köln (Aufruf/Veranstaltungsreihe).
- Aufruf (text/pdf) von …ums Ganze!
- Erklärung von …ums Ganze zu den geplanten Aktionen gegen den „Anti-Islamisierungs-Kongreß“
- Interview von Gruppe Gegenstrom und Redical [M] mit Monsters of Göttingen

Rechtspop und Sündenbock

Warum die Feinde meiner Feinde nicht meine Freunde sind.
Auf geht’s, ab geht’s, drei Tage Krach…..

Vom 19. bis 21. September wollen in Köln RechtspopulistInnen, PostfaschistInnen, Konservative und andere unangenehme ZeitgenossInnen aus ganz Europa auf einer „Anti-Islamisierungs-Konferenz“ im Namen der sogenannten westlichen Werte ihrem Rassismus freien Lauf lassen und die gesellschaftliche Diskriminierung von Muslimen, Muslimas und allen, die dafür gehalten werden, vorantreiben.
15 Jahre nach der faktischen Abschaffung des Asylrechts hat das Feindbild „Moslem“ nun den Stereotyp „Asylant“ als Projektionsfläche für den rassistischen Hass auf alles Nicht-Deutsche bzw. Nicht-Europäische abgelöst. Kampagnen und Demonstrationen gegen geplante Moscheen werden von den Nazis der Straße ebenso wie von bürgerlichen VorortfaschistInnen wie „Pro Köln“ – die an der Organisation des Kongresses maßgeblich beteiligt sind – genutzt, um an die fremdenfeindlichen Einstellungen in der Bevölkerung anzuknüpfen. Die teilnehmenden Gruppen und RednerInnen des Kongresses lesen sich wie das Who-is-Who der europäischen Neuen Rechten: von Faschisten und Antisemiten wie dem Vorsitzenden der französischen Front National Jean-Marie Le Pen über Rassisten wie Mario Borghezio der italienischen Lega Nord (u.a. verurteilt wegen des Anzündens von Zelten, in denen obdachlose MigrantInnen unter einer Brücke in Turin schliefen) bis hin zu Rechtskonservativen wie dem deutschen Bundestagsabgeordneten Henry Nietzsche (ehemals CDU, nun parteilos), der gerne mal die Regierung als „Multikultischwuchteln in Berlin“ bezeichnet. Auch die Freiheitlichen aus Südtirol, die British National Party (BNP) aus England sowie extreme Rechte aus dem ehemaligen Jugoslawien, Ungarn usw. werden mit dabei sein. Es ist klar, dass es dort nicht darum gehen wird, Islamismus als gefährliche politische Bewegung zu kritisieren, sondern durch rassistische Schuldzuschreibungen Stimmen in der Bevölkerung zu gewinnen.
Ein breites Bündnis sozialer, linker und antifaschistischer Gruppen – darunter auch das „…ums Ganze!“-Bündnis und die beiden darin organisierten Göttinger Gruppen Redical M und Gruppe Gegenstrom – ruft zur Antifa-Demo am Vorabend und zur Blockade des Tagungsortes auf. Bei der Demonstration geht es uns nicht nur darum, den reaktionären Ideologien eine Absage zu erteilen, sondern das ganz Andere einzufordern: Ein gutes Leben für alle und eine Welt ohne Unterdrückung. Im Kapitalismus ist dies nicht möglich.
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