Nazis schießen mit Pumpgun und werfen Brandsätze auf Ex-Moonlight Bar in Göttingen

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Am Sonntagmorgen zwischen 6 und 8 Uhr kam es in der Ex-Moonlight Bar in der Weender Strasse/Göttingen zu einer Auseinandersetzung zwischen Angehörigen der rechtsextremen Szene und einem Mitarbeiter der Kneipe. Nach einem Streit feuerte ein 34 jähriger Göttinger mit einer Pumpgun auf den Geschäftsführer des Ladens. Durch dessen Gegenwehr verfehlte der Schuss sein Ziel. Der mutmaßliche Schütze und seine vier Begleiter wurden daraufhin der Kneipe verwiesen. Kurz danach wurden aus dieser Gruppe heraus zwei Brandsätze auf die Kneipe geworfen. Erst jetzt wurde die Polizei alamiert.
Alle fünf Täter wurden festgenommen. Nach Angaben der Polizei sind alle fünf Tatbeteiligte polizeilich bekannt und werden als rechtsextrem eingestuft. Die 25 bis 38 Jahre alten Täter wohnen in Göttingen und den Landkreisen Hildesheim und Northeim, das 42 Jahre alte Opfer wohnt im Landkreis Göttingen. Wahrscheinlich werden die Täter am Montag dem Haftrichter vorgeführt.
Das Moonlight rückte schon im Juli diesen Jahres in den Fokus der Öffentlichkeit, als dort ein Konzert mit Bands aus dem rechtsextremen Spektrum stattfinden sollte. Daraufhin demonstrierten am 12. Juli 250 AntifaschistInnen gegen das von der Stadtverwaltung verbotene Konzert.

Update 01.12.
Bei dem Opfer der gestrigen Auseinandersetzungen handelt es sich nach dem Stadtradio Göttingen um einen Mitarbeiter der Bar.
Am Sonntag fanden bei den Tatverdächtigen Hausdurchsuchungen statt. In der Wohnung eines 34 jährigen Göttinger Rechtsextremisten wurden mehrere Schusswaffen gefunden, darunter eine Maschinenpistole. Bei einer Person aus dem Northeimer Raum stellte die Polizei eine Schrotflinte sicher.
Gegen drei Männer wurden schon Haftbefehle wegen versuchten Totschlags, versuchter schwerer Brandstiftung und Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz erlassen. Weitere Haftbefehle könnten folgen.

Update 02.12.
Alle fünf Festgenommenen sind unter anderem wegen räuberischer Erpressung, Körperverletzung, Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole und Brandstiftung polizeibekannt. Drei Täter sind nach Medienangaben Mitglieder der Kameradschaft Einbeck, ein vierter wird der Bad Lauterberger Nazi-Szene zugeordnet.
Die fünf Nazis hätten in der Nacht zum Sonntag den Geburtstag eines Kameraden gefeiert. Zum Tatzeitpunkt befanden sich nach Augenzeugenberichten noch 15 bis 20 Personen in der Strip-Bar.
Der Betreiber der Bar gehöre entgegen erster Darstellungen doch nicht der rechtsextremen Szene an, so das Göttinger Tageblatt in der heutigen Ausgabe. Der Streit mit den fünf Nazi hätte private Hintergründe.

Update 08.12.
Nach dem GT hat die Polizei bei einer Nachsuche in der Wohnung einer der Täter in Göttingen eine weitere Pistole gefunden.
Drei der fünf tatverdächtigen Männer sind noch in Untersuchungshaft. Hierbei handelt es sich um
den Schützen aus Göttingen, einen 34-jährigen Nazi aus Dassel-Portenhagen und einen 38-jährigern Mann aus Hildesheim-Bockenem. Die zwei weiteren Tatverdächtigen, ein 36-jähriger Einbecker und ein 25-jähriger aus Herzberg wurden freigelassen.

Artikel Welt Online (08.12.) >>
Artikel GT (02.12.) >>
Artikel de.indymedia.org (01.12.) >>
Artikel TAZ (01.12.) >>
Artikel Stadtradio Göttingen (01.12.) >>
Presseerklärung der Polizei (01.12.) >>
Artikel (Anti) NPD-Blog.Info (30.11.) >>
Presseerklärung der Polizei (30.11.) >>

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