Archiv für Mai 2013

+++FÄLLT LEIDER AUS+++ „Hardcore ist Nazifrei! Wirklich?“

Leider müssen wir die Veranstaltung krankheitsbedingt absagen.
Wir holen diese aber nach.

Nicht erst seit dem der Göttinger Neonazi Timo Schubert sich “Hardcore” als Wortmarke sichern lassen wollte, muss sich die Hardcoreszene mit (extrem) rechten Tendenzen befassen. Bereits seit den Anfangstagen von Hardcore-Punk gibt es immer wieder Bands und ProtagonistInnen, die ihr reaktionäres Weltbild in die „Szene“ einfließen lassen. Spätestens seit den 90er Jahren versuchen Neonazis aktiv “Hardcore” für sich zu nutzen. Als Musik-, als Kleidungs- oder einfach als Lifestyle ist “Hardcore” in der gegenwärtigen extrem rechten Erlebniswelt nicht mehr wegzudenken. Mit dem “National Socialist Hardcore” verliehen sich Neonazis einen jungen, (vermeintlich) modernen und aggressiven Habitus, der die Attraktivität der rechten Szene weiter gesteigert hat.
Doch wie konnte es dazu kommen? Wie konnten sich reaktionäre und “rechte” Einstellungen in der schon immer heterogenen Hardcore-Szene etablieren? Ist diese Entwicklung zufällig oder war sie absehbar?

Wir begeben uns zusammen mit Ingo Taler, dem Autor des Buchs „Out of Step. Hardcore-Punk zwischen Rollback und neonazistischer Adaption“ auf Spurensuche.
Dabei werden zum einen, die gemeinsamen Schnittpunkte zwischen Hardcore-Punk und (extrem) rechtem Gedankengut beleuchtet; zum anderen beschreibt der Referent den musikalischen Wandel in der Neonazi-Szene vom Rechtsrock zum “National Socialist Hardcore”.
Nach dem inhaltlichen Input wollen wir zusammen mit euch über mögliche Gegenstrategien diskutieren.

Freitag 31.05. | 19.00 Uhr |JuzI

Im Anschluss an die Veranstaltung findet noch ein Konzert der Konzertgruppe Doomian mit „Inner Conflict“ und „Todeskommando Atomsturm“ statt.“

300 Menschen demonstrieren gegen Rassismus & Kapitalismus – „Warm-up“ für Blockupy

Etwa 300 Menschen demonstrierten am frühen Abend des 18. Mai 2013 unter dem Motto: “Aus gegebenem Anlass – Gegen Kapitalismus. Gegen Rassismus. Immer!” in Göttingen. Die linksradikale Gruppe Redical M organisierte diese Demo als Vorfeldaktion zu den nächsten Blockupy Protesten – zu denen wir gemeinsam mit dem …umsGanze!-Bündnis mobilisieren. Wichtig war die klare Aussage, dass eine umfassende Kritik am Kapitalismus keine regressive – die bloß auf böse Bänker*innen oder Manager*innen schimpft – sein kann.
So wurde z.B. vor der Deutschen Bank kritisiert, dass Krisen- und Kapitalismuskritik, die sich lediglich auf den Finanzsektor bezieht, nur verkürzt und damit unzureichend sein kann. »Kapitalismus ist nicht reformierbar, Kapitalismus mit menschlichem Antlitz gibt es nicht!« so eine Rednerin der redical M.”
Auch machten die Teilnehmer*innen durch lautstarke Parolen klar, das Rassismus nachwievor ein gesamtgesellschaftiches Problem darstellt und forderten zur Teilnahme an der antirassistischen Demonstration der Fight Racism Now – Kampagne am 25. Mai in Berlin auf!

Mehr Infos und Fotos >>



















Termine Mai | Juni


Veranstaltungen

Blockupy Deportation Airport

Aufruf zur Aktion im Rahmen des Blockupy-Flutens am 31. Mai in Frankfurt.

Frankfurt ist ein Zentrum des europäischen Krisenregimes. Von hier aus findet der deutsche Exportschlager „Austeritätspolitik“ seinen Weg nach Europa und in die weite Welt. Frankfurt ist gleichzeitig ein zentraler Knotenpunkt des rassistischen Grenz- und Abschieberegimes der EU. Der Rhein-Main-Airport, integraler Bestandteil der „Global City Frankfurt“, ist Deutschlands Abschiebeflughafen No.1, und das wichtigste Abschiebe-Drehkreuz der EU. Von hier aus werden Geflüchtete und Migrant_innen auf direktem Weg in Armut, Diskriminierung, politische Verfolgung und Krieg geflogen. Für die konkreten Zwangsmaßnahmen ist die Bundespolizei verantwortlich – und rühmt sich selbst für die dabei gewonnene „interkulturelle Kompetenz“. Koordiniert wird das ganze durch die europäische Grenzagentur Frontex. Frontex hat sich in den letzten Jahren einen Namen mit ihrem oft tödlichen Umgang mit Flüchtlingen gemacht. Im Mittelmeer und an anderen europäischen Außengrenzen sterben jährlich hunderte Menschen, die in Europa nach Schutz suchen. (mehr…)

Pressemitteilung: 200 auf Kundgebung zum NSU-Prozess

200 Menschen auf Kundgebung zum NSU-Prozess. Spontandemonstration im Anschluss mit etwa 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Auf einer Kundgebung zu der, neben anderen Initiativen, auch das Bündnis Extrem Daneben aus Göttingen aufgerufen hatte, sind am Montagnachmittag etwa 200 Teilnehmer und Teilnehmerinnen gekommen. In verschiedenen Redebeiträgen wurde auf den institutionellen Rassismus verwiesen. Das Bündnis forderte unter anderem die sofortige und ersatzlose Abschaffung des Verfassungsschutzes. Dabei wurde ebenfalls auf die Rolle des Inlandsgeheimdienstes bei den NSU-Morden verwiesen und die Extremismusformel kritisiert, weil diese Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus verharmlosen würde.

„Zum einen halten wir es für sehr wichtig, dass heute 200 Menschen an der Kundgebung teilgenommen haben. Andererseits ist die Zahl zugleich ein Armutszeugnis für die Göttinger Bevölkerung. Es scheint kein besonderes Interesse an einer Auseinandersetzung mit den Morden des NSU und deren ideologische Kontinuität in die sogenannte Mitte der Gesellschaft zu geben. Wir verstehen das auch als ein Warnsignal,“ so Maria Göwitz, die Sprecherin des Bündnisses Extrem Daneben in einer Pressemitteilung.

Die Kundgebung endete um 18:00 Uhr mit einem Redebeitrag des Verbandes der Studierenden aus Kurdistan (YXK), der auf den internationalen Zusammenhang von Faschismus, Rassismus und Kapitalismus verwies. Im Anschluss formierte sich eine Spontandemonstration mit etwa 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die mit Parolen wie „Nazis morden, der Staat schiebt ab“ durch die Innenstadt zog.

„Dass die Polizei massiv in der näheren Umgebung aufgefahren ist und sogar eine Hunderstchaft an der Stadthalle abgestellt hatte, macht erneut deutlich, wie irrational der hochgerüstete Polizeiapparat unter Robert Kruse agiert und dass nach wie vor versucht wird, linke Politik zu kriminalisieren. Aber wir lassen uns davon nicht einschüchtern,“ so die Sprecherin des Bündnisses abschließend.


----------------------
Bündnis `Extrem Daneben`

Redebeitrag vom Bündnis `Extrem Daneben`

Berichte:

Pressemitteilungen vor der Kundgebung:

Weitere Bilder und Redebeiträge folgen in Kürze