Archiv für November 2013

Kein Vergeben, kein Vergessen!

Vor 24 Jahren wurde Conny von der Polizei in den Tod gejagt. Kein Friede mit Deutschland !






Wir empfehlen: Der Firmenhymnenhandel

Der Firmenhymnenhandel – von Thomas Ebermann
Theatergastspiel mit: Pheline Roggan, Rainer Schmitt, Robert Stadlober, Tillbert Strahl-Schäfer

Thomas Ebermann knüpft mit seiner ersten Theaterproduktion an seine scharfe und pointierte Kritik aus politischen und satirischen Texten an. Seine Texte sollen die Wirklichkeit „zur Kenntlichkeit entstellen“.

Schauplatz des Stückes „Firmenhymnenhandel“ ist eine Bastion des „Rheinischen Kapitalismus“, eine Glasfabrik, dessen erzkonservativer Patriarch (Rainer Schmitt) sich zum Jahrestag eine Firmenhymne schenken lassen will. Eigentlich verachtet der Kapitalist vom alten Schlag solche modernistischen Allüren, wie den gesamten Shareholder-Value-Kapitalismus mit der Hatz nach Boni und Spekulationen. Er wird jedoch von seiner, in den Schoß der Familienfirma heimgekehrten ehemals rebellierenden Tochter (Pheline Roggan) dazu gedrängt, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter per Hymne zu motivieren, statt nur durch Akkordlohn und Disziplin.

Die Hymnenhändler Toni und Felix (Robert Stadlober und Tillbert Strahl-Schäfer) repräsentieren eine postmoderne Pop-Linke, deren an Adorno geschulte Reflexionen über die Totalität des Kapitalismus und dessen Absorbieren von Kritik –auch und gerade von popkultureller Subversion – dazu geführt hat, dass sie sich als Firmenhymnenhändler selbstständig gemacht haben. Im „Musterkoffer“ der beiden zwischen Selbstverwirklichung und Sell-out schwankenden Vertreter finden sich Firmenhymen von prominenten Hamburger Künstlerinnen und Künstlern. Darunter Christof Schreuf, Tocotronic, Bernadette La Hengst, Rocko Schamoni und Lisa Politt, Gustav Peter Wöhler, Nina Petri und ein grandios-bärbeißiges gemischtes Doppel von Harry Rowohlt und Horst Tomeyer. Die Firmenhymnen sollen die Motivation für die Arbeit im Betrieb steigern und sind in Betrieben wie Wal-Mart schon lange traurige Realität.
„Dem Kapitalismus reicht es nicht mehr, die Menschen auszubeuten, sie sollen ihre Ausbeutung auch noch selbst besingen,“ resümiert Thomas Ebermann und hält dennoch ein offenes Ende mit recht optimistischen Wendungen im Angebot.

12. und 13. November 2013, 20 Uhr in der musa Göttingen, Hagenweg 2
Kartenvorverkauf Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof