Die ersten Audioaufnahmen der Podien vom letzten …umsGanze!-Kongress (3.-5.12.2010 Uni Bochum)
Das Ganze zum direkt anhören im Player und/oder downloaden.

Weitere Aufnahmen reichen wir nach… viel Spaß !

„Krisenhaftigkeit des Kapitalismus“ (Podium, Freitag 3.12.2010)

Mit: Michael Heinrich, Gerhard Stapelfeldt und TOP B3rlin

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Die Krise des Finanzmarkts 2008 ging über in eine Staatshaushaltskrise und traf zugleich auf chronische Überproduktion in klassischen Bereichen der Industrie. Marxisten haben immer auf die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus hingewiesen. Die Gründe dafür will das Podium nachzeichnen und ihre Stichhaltigkeit für die Erklärung der aktuellen Krise prüfen. Ob die Krise auch eine Chance auf radikale Veränderung bietet, oder wie bisher nur zur Festigung kapitalistischer Herrschaft führt, ist abhängig von den sozialen Auseinandersetzungen und der Rolle des Staates in der Lösung der gegenwärtigen Krise. Deshalb wird das Podium in die Geschichte kapitalistischer Krisen und staatlicher Lösungsversuche einführen, und dabei auch die Folgen für die Subjekte beschreiben.

„Krise und `Finanzialisierung`“ (Podium, Samstag 4.12.2010)

Mit: Thomas Sablowski

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Die Krise des Finanzmarktes bietet nicht nur Anlass zur grundsätzlichen Kritik der kapitalistischen Produktionsweise, sie konfrontiert diese Kritik zugleich mit neuen Formen kapitalistischer Ausbeutung. Die sogenannte »Finanzkrise« entsprang dem US-amerikanischen Hypothekenmarkt, dessen Entwicklung zwar spezifisch amerikanisch ist, aber weltweit Folgen für die Produktionssphäre hat (sog. »credit crunch«). Mit dem Begriff »Finanzialisierung« wird eine Entwicklung beschrieben, bei der ein wachsender Anteil der Unternehmensgewinne aus Produkten des Finanzmarktes erzielt wird (Versicherungen, private Renten, Kredite etc.). Gewinne werden auch erzielt aus Zinsen und Gebühren für Kredite, die an Privathaushalte vergeben werden. Der private Konsum – und dies beinhaltet insbesondere Krankenkasse, Altersversorgung und Bildung – lässt sich immer weniger durch die stagnierenden Löhne finanzieren. Dieser Prozess wird als »direkte Ausbeutung« verstanden, da nun auch für die Reproduktion der Ware Arbeitskraft eine Gebühr berechnet und diese zunehmend vom Lohn abgekoppelt wird. Wir fragen, welche Folgen das amerikanische Modell für deutsche Verhältnisse hat, worin die Unterschiede liegen, und welche Konsequenzen das für eine kapitalismuskritische Position hat.

„Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite Griechen!“ (Podium, Samstag 5.12.2010)

Mit: Werner Bonefeld, Rudi Schmidt und der Gruppe TPTG (Athen)

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Die Finanzkrise wurde zur Eurozonenkrise und dort insbesondere zur Griechenlandkrise. Die chronologische Abfolge erklärt aber noch nicht die Ursachen für den Fall Griechenland. Denn die Ursachen liegen sowohl in Griechenland selbst als auch in der Struktur der Eurozone. Als zweitgrösster Kreditgeber des Landes und grösste Wirtschaftsmacht in der EU hat Deutschland eine entscheidende Rolle in der Griechenland aufgezwungenen Sparpolitik gespielt, die der Rückzahlung an die nicht zuletzt deutschen Gläubiger Priorität ein­räumt. Damit wurde kenntlich gemacht, wie die Machtverhältnisse innerhalb der Eurozone beschaffen sind und in welche Richtung sie sich ändern werden. Schien der Widerstand gegen diese Krisenlösungsstrategie anfangs massiv zu sein und die Legitimation der herrschenden Ordnung zu untergraben, verpuffte er doch bald folgenlos. Dem kapitalistischen Angriff hatte er nichts entgegenzusetzen. Und so wird sich einmal mehr in die alternativlos scheinende Logik des Kapitalismus gefügt: Kürzungen, die zuvor nicht durchsetzbar waren, werden nun hingenommen. Dass der Kapitalismus aus seinen Krisen gestärkt hervorgeht, scheint sich einmal mehr zu bewahrheiten. Ursachen dieser nicht nur griechischen Misere will dieses Panel aufzeigen.

„Transformation des Sozialen und linke Strategien in der Krise“ (Podium, Samstag 4.12.2010)

Mit: Andrea Trumann, Christoph Lieber, Karl Rauschenbach

* Bei diesem Podium mussten zwei ursprünglich geplante Veranstaltungen zusammengelegt werden, da einige ReferentInnen aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnten.

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Es ist so banal wie richtig, dass der Kapitalismus kein statisches System ist. Ständig muss es, zwecks Aufrechterhaltung seiner selbst, die Bedingungen und Formen von Lohnarbeit anpassen. Die drastische Zunahme der Leiharbeit, die Hartz-Gesetze und die nahezu abgeschlossene Integration der Frauen in den Produktionssektor sind Ausdruck davon. Auch die Linke hat diesen Fakt erkannt und verschieden erklärt: Die operaistische Theorie identifizierte den Klassenkampf als das Moment, welches das Kapital zu seiner ständigen Neujustierung zwingen soll, während die Wertkritik diesen Spieß umdreht und vor allem die Sachzwänge als movens kapitalistischer Entwicklung betont. Beide Theorien verweisen auf ein tieferes Moment in der Fragestellung. Sie konkretisiert sich nämlich in der Frage, wer die treibende Kraft im Kapitalismus ist. Welche Rollen spielen Klassen und ihre Kämpfe? Wie ist umzugehen mit ihrem (notwendig?) systemimmanenten Charakter und welchen Einfluss haben sie auf Strategien des Kapitals? Und was hat eigentlich der Staat damit zu tun?

„Gespenst Kapitalismus“ (Podium, Sonntag 5.12.2010)

Mit: Rüdiger Mats und Frank Engster

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Sollte er nicht längst tot sein? Obwohl durch eine anhaltende Verschuldungskonjunktur und die aktuelle Finanzkrise mittlerweile selbst zu einem substanzlosen Gespenst geworden, wird der Kapitalismus offenbar doch noch ewig weiterleben. Die Idee des Kommunismus dagegen ist zwar nicht mehr durch die Zumutungen eines »real existierenden Sozialismus« belastet, und auch Karl Marx hat wieder einen guten Ruf. Dafür ist der Kommunismus endgültig zu einem bloßen Namen und Platzhalter für das ganz Andere geworden. Für sei­ne Notwendigkeit sprechen weder die objektiven (Klassen)Widersprüche des Kapitalismus noch seine geschichtliche Entwicklung, gleichgültig, ob man diese Entwicklung als den Fortschritt seiner Produktivkräfte auslegen will oder als den Fortschritt seiner Krisen. Und auch Marx, so hat sich mittlerweile selbst bei seinen Kritikern herumgesprochen, hat gar keine Wissenschaft vom Kommunismus begründet. Ja, er hat nicht ein­mal eine positive Ökonomietheorie oder gar eine »revolutionäre Wissenschaft« begründet, sondern »nur« den Kapitalismus durch eine negativ gehaltene, logisch-systematische Entwicklung kritisch dargestellt. Kurz­um, einzig die Alternativlosigkeit des Kapitalismus scheint noch für die Notwendigkeit des Kapitalismus zu sprechen. Ist angesichts dieser Situation mit Lenin erneut zu fragen: »Was tun?« Oder eher postmarxistisch: »So what?!« Es geht also um die Probleme einer (Neu)Bestimmung des Kommunismus in nichtrevolutionären Zeiten und einer postutopischen Situation.

Was heisst radikale Kritik organisieren ? (Podium, Sonntag 5.12.2010)

Mit Lars Röhm (FAU Berlin), Hans-Jürgen-Krahl-Institut und Christian Frings

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Die Misere trägt den Namen der Alternativlosigkeit. Daher ist es angebracht zu fragen, welche »konkrete Utopie« als Way Out zu neh­men wäre. Welche Rolle spielen »Organi­sierung« und »Mobilisierung« für das Verhältnis von theoretischer Re?exion und prakti­scher »Aktion«. Gilt es, den Kampf um den Lohn zu betrei­ben, die proletarisierten Individu­en in revolutionären Gewerkschaften bzw. Syndika­ten zu vereinen oder gibt es andere praktische Alternativen für das alltägliche Leben? Kann es Ansätze von Selbstorganisation geben, die auf eine genossenschaftliche Produktion und somit auf die Sicherung der Exis­tenz hinauslaufen? Und wären solche Ansätze geeig­net, Lohnarbeit und Kapitalverhältnis in Frage zu stellen?


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