Liebe Leute, wie schon in dem vorherigen Redebeitrag erwähnt, ist die Burschenschaft Hannovera im extrem rechten, völkischen und deutsch-nationalen Spektrum zu verorten. Dies zeigt sich einerseits durch die Veranstaltungen, die die Hannovera im Laufe der letzten Jahre organisierte. Zum anderen zeigen sich diese Einstellungen in der Mitgliedschaft im verbindungsstudentischen Dachverband Deutsche Burschenschaft. Die Deutsche Burschenschaft ist mit ca. 110 Verbindungen und etwa 12 000 Mitgliedern einer der größten Dachverbände von Verbindungsstudenten und kann getrost als eine extrem rechte Vereinigung bezeichnet werden.

Die Deutsche Burschenschaft versteht sich im Gegensatz zu anderen Dachverbänden als ein explizit politischer Verband. Welche politische Ausrichtung dahinter steht, wird durch ihre Forderungen und Resolutionen mehr als deutlich: So wird zum Beispiel weiterhin die Rückgabe der sogenannten deutschen Ostgebiete gefordert oder in den letzten Jahren auch schonmal zum sogenannten Trauermarsch nach Dresden mobilisiert, Europas größtem Naziaufmarsch, der dieses Jahr glücklicherweise zum ersten Mal verhindert werden konnte.

Einer der ideologischen Grundpfeiler des Dachverbandes ist der völkische Nationenbegriff. Das Volk wird nicht über die Staatszugehörigkeit definiert, sondern über Abstammung und Herkunft. Das deutsche Vaterland besteht dementsprechend für die DB unabhängig staatlicher Grenzen, ist größer als die Bundesrepublik und österreichische Burschenschaften gehören daher selbstverständlich ebenso zur Deutschen Burschenschaft. Die Deutschen Burschenschaften bejammern das Aussterben des deutschen Volkes durch Einwanderung oder propagieren die Existenz verschiedener menschlicher Rassen mit einem ZITAT „signifikanten asiatischen/europiden/negriden Gefälle (…)“ wie die Burschenschaft Thessalia zu Prag in diesem Jahr behauptete.
Die Lösung für diese Probleme hat die DB auch schon parat: Noch 1990 wurde auf dem Wartburgtreffen der Deutschen Burschenschaften die Wiederherstellung des Deutschen Reiches gefordert.

Kein Wunder, dass die Deutsche Burschenschaft vielfältige enge Kontakte zu außeruniversitären extrem rechten Gruppen und Personen pflegt. Der Großteil der neonazistischen Persönlichkeiten in Deutschland durfte schon auf Veranstaltungen der Mitgliedsbünde über Nationalbewusstsein, den „Volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff oder den Germanischen Glauben referieren. Verurteilte Süd-Tiroler Rechtsterroristen, Holocaustleugner und NPD-Funktionäre sind regelmäßige und gern gesehene Gäste auf den Häusern. Gleich mehrere sächsische Landtagsabgeordnete der NPD begannen ihre politische Karriere in Giessen bei der Burschenschaft Dresdensia-Rugia und in München durfte sich 2001 ein Neonazi nach einem fremdenfeindlichen Überfall auf dem Haus der Danubia vor der Polizei verstecken, bevor er in die Niederlande flüchtete. Ein reger Austausch besteht auch mit der rechten Tageszeitung „Junge Freiheit“. Zeitungsanzeigen werden geschaltet und viele Redakteure sind Mitglieder der DB. Der jetzige Chefredakteur des eigenen Verbandsorgans „Burschenschaftliche Blätter“, Norbert Weidner, war selber in den Neunziger Jahren noch Führungskader der später Verbotenen neonazistischen „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP). Diese Liste an Beispielen könnte man unendlich weiter führen. Es wird aber bereits deutlich, dass das Problem der Deutschen Burschenschaft nicht an den Kontakten zur extremen Rechten liegt, sondern dass sie selbst dazu gezählt werden kann.

Eine wichtige Funktion der Deutschen Burschenschaft besteht darin, als Bindeglied zwischen der extremen Rechten und rechtskonservativen Kreisen zu fungieren. Denn sowohl rechtskonservative CDU`ler, Bundeswehrgeneräle als auch Neonazis finden ihre Heimat in der Deutschen Burschenschaft. So gehört Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) seit Jahrzehnten der DB – Burschenschaft Franco-Bavaria München an

Kritik am Verbindungswesen sollte sich aber nicht auf den extrem rechten Rand der Verbindungen beschränken. Denn was sie alle vereint, ist der Versuch im Namen der „Tradition“ das Gedankengut aus ihrer Gründungszeit in die heutige Zeit hinüber zu retten. Das heisst, elitäre, nationalistische, frauenfeindliche und bisweilen rassistische und antisemitische Einstellungen zu pflegen und zu verbreiten.

Genug Gründe also, nicht nur die Deutsche Burschenschaft, sondern auch alle anderen Verbindungen und ihre Mitglieder zu bekämpfen und ihnen keinen Ort zu lassen, wo sie in Ruhe feiern und saufen können. Auf geht’s!


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